Turniere

Matthias Lorenz erster deutscher Mühle Europameister

Matthias Lorenz wurde am 10. April 2011 als erster Deutscher Mühle Europameister. Mit 50 Punkten setzte er sich knapp gegen den Schweizer Seriensieger Alain Flury durch (49 Punkte). Den dritten Rang eroberte sich Rainer Rosenberger mit 46 Punkten.

Der WMD dankt allen Teilnehmern für das engagierte und faire Auftreten, gratuliert den Erstklassierten zu ihrer guten Leistung und freut sich schon auf ein Wiedersehen im 2012.

Ausführlicher Bericht vom WMD Präsident Daniel Lehner:


39 Mühlespieler machten sich am 9. und 10. April 2011 auf, um den 16. Europameister im Hotel Maisberger in Neufahrn unter ihren Reihen auszumachen. Manche reisten am ersten Spieltag an, einige auch schon am Vorabend und ein Kleinbus mit Denise, Werner und den Entlebuchern traf sogar schon am Donnerstag Abend ein. Soviele wie noch nie hatten einen Laptop dabei und analysierten oder spielten Partien vor, während, zwischen und nach den beiden Turnieren. Aber würde sich auch ein versierter Online-Spieler den Titel holen oder vielleicht doch der elfmalige Europameister Alain Flury, welcher nicht so oft online spielt wie die übrigen Turnierfavoriten Matthias Lorenz, Rainer Rosenberger oder Karl-Heinz Andraschko?

 

Schon am ersten Tag konnten sich Alain Flury mit 27 Punkten und Matthias Lorenz mit 25 Punkten vom Rest des Feldes absetzen. Auf den Rängen 3 bis 7 folgten mit 22 Punkten Patrick Grahammer, Rainer Rosenberger, Karl-Heinz Andraschko, Denise Scheidegger und Daniel Lehner. Damit war praktisch klar, dass Alain und Matthias den Titel unter sich ausmachen würden. Den Grundstein für den Zweipunktevorsprung konnte Alain in der 6. Runde mit einem 3-1 Sieg im Direktduell gegen Matthias setzen. Ansonsten rangierten die Spieler wie üblich dicht gedrängt im breiten Mittelfeld. Zwischen dem 3. und dem 34. Rang lagen nur gerade 6 Punkte Differenz. Nach vier Runden wurde der Laptop des Turnierleiters einem ernsten Test ausgesetzt, als ein Teilnehmer nicht mehr bereit war, zu Ende zu spielen. Damit hätte es ab sofort ein Freilos und einen Forfait-Sieg pro Runde gegeben, keine schöne Situation. Freundlicherweise erklärte sich der Zuschauer Helmut Scheuermann bereit, am Turnier teilzunehmen und den abgesprungenen Teilnehmer zu ersetzen, damit war das Problem vom Tisch. Herzlichen Dank nochmals an Herrn Scheuermann (welcher übrigens immerhin einen  Sieg einfahren konnte).

Am Abend fuhren dann 24 Teilnehmer zum Thailänder, bei dem bereits im Vorjahr gegessen worden war. Man konnte sich vom leckeren Buffet nach Herzenslust bedienen. Das Essen war ausgezeichnet. Unmut kam nur auf, weil die versprochenen 2 Euro Rabatt nicht gewährt wurden, weil nicht die abgemachten 25 - 28 Leute gekommen seien, ein unverständlicher Entscheid eines Geschäftsmannes. Anschliessend fuhren Susanne, Denise, Werner, Franz und Alain mit der S-Bahn in die Stadt zum Tanzen. Susanne hatte sich zu diesem Zweck sogar eigens einen neuen Rock erstanden. Die anderen fuhren zurück ins Hotel Maisberger und Muzaffer holte seinen Laptop herunter, damit gemeinsam noch ein paar Varianten ausprobiert werden konnten. Da sich die Bedienung des Programms mit dem Touchpad des Laptops als schwierig herausstellte, holte Pia noch ihr süsses rotes Mäuschen herunter, so dass die Analyse fortan etwas flotter vonstattenging.

Am zweiten Turniertag konnte dann Matthias seinen Rückstand von 2 Punkten vom Vortag bereits in den ersten beiden Runden wettmachen. In der dritten Runde jedoch gelang Alain der Konter mit einem 4-0 Sieg gegen Pia. In der 5. Runde konnte Alain gegen Werner 4-0 gewinnen und damit den Vorsprung in der Gesamtwertung auf 3 Punkte ausbauen (aufgrund der besseren Feinwertung faktisch sogar 3.5 Punkte Vorsprung). In der Mittagspause wurden Matthias und Patrick gesichtet, wie sie an ihren Laptops fleissig übten. Ob sie in der kurzen Zeit neue Varianten entdeckten, entzieht sich unserer Kenntnis, doch nach der Mittagspause war es nun Matthias, der zum Konter ansetzte und mit je einem Sieg in den Runden 6 und 7 gegen Patrick und Pia wieder auf einen Punkt an Alain herankam. Und dann kam es in Runde 8 zum grossen Showdown zwischen Alain und Matthias. Und tatsächlich gelang es Matthias, den erfahrenen Seriensieger aufs Glatteis zu führen und einen 3-1 Sieg einzufahren. In der letzten Runde gelang beiden kein Sieg mehr und Matthias eroberte sich als erster Deutscher den Titel eines Europameisters. Matthias sicherte sich mit 25 Punkten auch den Tagessieg vor Rainer Rosenberger mit 24 Punkten. Bereits etwas distanziert mit 22 Punkten folgten Alain Flury, Richard Fischer, Karl-Heinz Andraschko, Pia Kieneke, Muzaffer Akyilmaz und Werner Obrist.

Im Schatten der Turnierfavoriten konnte sich Denise zum ersten Mal den Titel als beste Dame holen, ein verdienter Lohn für die umsichtige Organisatorin, die im Vorfeld stunden-, um nicht zu sagen tagelang, Kuchen und Brezel gebacken und Resultatwand und Spielmaterial perfekt hergerichtet hatte. Ebenfalls ein hervorragendes Turnier spielte die erst 12-jährige Melinda Höckendorf, welche auf den 17. Rang kam und sich damit in der ersten Ranglistenhälfte platzieren konnte, nur gerade einen Punkt und zwei Ränge hinter ihrem Vater. Weniger erfolgreich war die Taktik von Stella, den Männern mit tiefem Einblick ihrer Rückenpartie den Kopf zu verdrehen: Letztlich resultierte am zweiten Tag nur der drittletzte Platz und Rang 31 in der Endabrechnung, noch drei Ränge hinter dem Papa (das tut weh, wir wissen es).

Obwohl es immerhin um den Titel des Europameisters ging, fand die ganze EM in einem freundschaftlichen Rahmen statt. Der Schiedsrichter musste nur selten eingreifen, meistens konnten Unstimmigkeiten direkt zwischen den Beteiligten geregelt werden. Auch abseits des Spiellokals gab es genügend Zeit alte Freundschaften zu pflegen und neue Bekanntschaften zu knüpfen, so wie es unter Leuten mit dem gleichen Hobby sein soll. Und dann fuhren sie alle wieder nach Hause mit oder ohne Laptops und einige Angefressene sollen noch am gleichen Abend online gesehen worden sein...